Sport
bis zur Vereinsgründung |
Es
fing wahrscheinlich nicht mit dem Fußball an, denn der erste schriftliche
Beleg, ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 1927, schildert die Aktivitäten des
damaligen Turnvereins Langenfeld. Am 21.08.1927 veranstaltete der Verein ein
Schau- und Werbeturnen. Es handelte sich wohl eher um eine leichtathletische
Veranstaltung, denn die Teilnehmer konnten sich in den Disziplinen
100-Meter-Lauf, Weit- und Hochsprung messen. Nach dem Festzug beteiligten sich
die Vereine der Deutschen Turnschaft aus Weibern, Adenau und Herschbach an den
Wettkämpfen. Die Disziplinen wurden bei strömenden Regen jeweils in drei
verschiedenen Klassen (vermutlich Altersklassen) durchgeführt. Damals gelangen
den Langenfelder Sportlern noch keine weiten und hohen Sprünge. Diese
Disziplinen gewannen ausnahmslos Sportler der Gastvereine. Aber schnell waren
die Langenfelder damals schon. Im 100-Meter-Lauf ein Doppelsieg durch Johann
Mannebach und Franz Schlich in der 3. Altersklasse.
In den 20er Jahren wurde mit staatlicher Beihilfen
das Jugendheim, die heutige Friedhofskappelle, ausgebaut. Zeitzeugen
bestätigen, daß die Turngeräte rege genutzt wurden. Dies genügte den Ansprüchen
der Langenfelder Sportler jedoch wohl nicht. Deshalb wurde auf dem Saberg in
Eigeninitiative eine weitere Übungsstätte geschaffen. Dabei handelte es sich
wahrscheinlich um die leichtathletische Wettkampfstätte. Die Lage des
Turnplatzes am Langenfelder Hausberg muß damals schon einzigartig gewesen sein,
wie der folgende Zitungsauszug aus dem Jahr 1927 beweist: "Landschaftlich
ist die Lage des Turnplatzes wohl eine der schönsten im ganzen Rheinland,
blickt man doch hier in blühender Heide lagernd und vom schützenden Wald
umgebend, weit in die Eifellande hinein." Fußball spielte man früher auch
schon. Nach mündlicher Überlieferung wurde bereits in den 30er Jahren auf den
"Straßen" und Wiesen Langenfelds gekickt. Ob damals bereits an
Meisterschaften teilgenommen wurde, ist nicht mehr feststellbar und aufgrund
fehlender Verkehrsmittel eher unwahrscheinlich.
Das Interesse war jedoch geweckt und so versammelte
sich nach den Kriegswirren eine kleine Anzahl von Kickern und begann wieder
gegen all die Gegenstände zutreten, die einem Fußball ähnelten oder halt
einfach nur beweglich waren. In einem Vereinsdorf wie Langenfeld konnte es
natürlich nicht lange nur beim Straßenfußball bleiben. So schloß man sich
schnell zur ersten Fußballfreizeitmannschaft nach dem Krieg zusammen. Es fehlte
nur noch ein Name, den den Gegnern Repekt, besser noch Angst, einflößen sollte.
In Anlehnung an den damaligen Spitzenverein 1. FC Kaiserslautern nannte man
sich "Die Roten Jäger". Inwieweit der Name die Gegner schreckte, ist
nicht überliefert.
Aus der Freizeitmannschaft ging schon 1952 der FC
Langenfeld hervor. In dieser Zeit wurden die ersten Spielerpäße für
Langenfelder Fußballer ausgestellt. Daraus läßt sich schließen, daß man 1952
wohl erstmalig am organisierten Spielbetrieb des Fußballverbandes Rheinland
teilnahm. Bis zur Gründung des TuS Langenfeld war es nun nicht mehr weit. Zuvor
wurde jedoch noch 1953 durch eine ordnungsgemäß durchgeführte
Gründungsversammlung der DJK Eifeldom Langenfeld gegründet. Als direkter
Vorgänger des TuS Langenfeld legte der DJK hier bereits die Grundlagen für den
Sportbetrieb der 50er und 60er Jahre. Der Hinweis auf unsere Kirche und die
Abkürzung DJK (DJK = Deutsche Jugendkraft - katholischer Bundesverband für
Leistungs- und Breitensport) beweisen, daß zu dieser Zeit Glaube in allen
Lebenslagen einen großen Einfluß hatte.
Der Verein bestand aus 39 Vereins- und 7
Vorstandsmitgliedern. Pater Kraus fungierte als geistlicher Beirat. Als erster
Vereinsvorsitzender wurde Herr Hans Kraus gewählt. Ihn unterstützten Adolf
Becker, Josef Steffens, Adolf Obertreis, Ernst Jünger, Johann Schäfer und
Alfons Mannebach. Der Vereinsmonatsbeitrag wurde damals stolze 0,50 DM pro
Monat festgesetzt. Dem DJK Eifeldom war jedoch keine lange Vereinsgeschichte
vergönnt. Bereits am 31.10.1953 erfolgte die DJK-Auflösung und Neugründung des
TuS Langenfeld. Die Gründe hierfür sind heute im Detail nicht mehr zu klären.
Wahrscheinlich mit ausschlaggebend war aber das rege Engagement von Herrn
Lehrer Zweigel im DJK Eifeldom. Auf ihn wurde damals wohl sehr starker Druck
ausgeübt, der letztlich in seiner Versetzung zu einer anderen Schule mündete.
Im katholischen Langenfeld waren damalige persönliche Auffassungen oder
Verhältnisse, die heutzutage eher zu einem müden Lächeln Anlaß gäben, nicht nur
von der Kirche undduldbar. Auf jeden Fall sahen sich die Vereinsmitglieder
veranlasst, den DJK Eifeldom aufzulösen und stattdessen einen weltlichen
Sportverein, den heutigen TuS Langenfeld, zu gründen.
|